Hallo meine lieben Freunde,
Talk Täglich berichtet jetzt in der letzten Chinawoche direkt und live aus Beijing.
Wir, Shuvo, Ira, Unathi, Tucker und ich, treffen uns ein letztes Mal zum Frühstück im Jinjiang Inn Hotel. Camilla ist bereits ganz früh nach Beijing geflogen, wo sie ihren Freund trifft. Alex, Christian, Laurent und Linda sind ebenfalls früh nach Shanghai weitergeflogen.
Am Samstag morgen erwartet uns pünktlich um 9 Uhr ein Minivan, der uns zum Flughafen bringt. Es ist ein herrlicher Tag und die Sonne scheint. Aber die Temperaturen sind über Nacht gefallen und es ist frisch am Morgen. Die Fahrt zum Flughafen klappt ohne Stau, da wir die Mautstrasse benutzen.
Am Flughafen gehen wir zum Checkin Schalter. Dort klappt das Einchecken erst mal nicht problemlos, weil mein Koffer sieben Kilo Übergewicht hat. Selbst ein Gruppen-Checkin bringt nichts, da wir alle mehr als die erlaubten 20 kg pro Person haben. Den Rekord hält Unathi mit 14 kg drüber.
Ich muss knapp 7 Euro nachbezahlen und bin froh, dass es nicht teurer ist. Die Lufthansa verlangt pro Kilo Übergepäck 30 Euro. Hinter uns hat sich schon eine lange Schlange gebildet und die Chinesen sind leicht verärgert über die „Aliens“.
Wir gehen durch die Sicherheitskontrolle und warten am Abflugschalter. Ich bin müde. Die letzte Nacht war wohl doch etwas spät. Aber es war noch einmal ein schöner Abschluß im Pink News, einem Nachtklub. Dort haben wir ein letztes Mal Ivan getroffen und uns verabschiedet.
Ca. eine halbe Stunde vor Abflug fangen sie mit boarden an, so dass wir pünktlich um 11.55 Uhr in Jinan abheben. Ich winke ein letztes Mal aus dem Fenster und hoffe, dass ich vielleicht einmal zurückkommen kann. Der Flug verläuft ruhig und ich schlafe eine Runde.
In Beijing angekommen trenne ich mich von den anderen erst einmal und mache mich auf den Weg zum JW Mariott Hotel, das ich vor gebucht habe.
Ich gehe zielstrebig zum Airport Express und kaufe ein Ticket für 25 Yuan. Der neugebaute Airport Express bringt mich in knapp 20 Minuten in die Innenstadt. Dort nehmen ich die Subway und muss zweimal umsteigen. Beim Verlassen der Subway Station nehme ich die steile Rolltreppe nach oben und schaue zum strahlendblauen Himmel auf. Dort sticht mir das Logo der Deutschen Bank ins Auge und ein Gefühl von Heimat kommt auf. Direkt hinter dem Office Tower der DB liegt das JW Mariott. Das volle Luxushotel. Was für ein krasser Gegensatz zum Jinjiang Inn in Jinan. Ich habe ein riesen Zimmer mit Schreibtisch und auch hier gibt es -wie vor vier Wochen im CTS Hotel- ein Fenster zwischen Bad und Schlafzimmer.
Um 15.30 Uhr treffe ich mich mit Camilla und ihrem Freund Jason in der Lobby und wir brechen zum Silk Market auf, wo wir die anderen zum Shoppen treffen wollen. Der Silk Market liegt zwei U-Bahn Stationen vom Hotel entfernt. Dort ist die Hölle los. Jeder der Verkäufer versucht einen in seinen Stand reinzuziehen und dort etwas zu verkaufen. Da die meisten Sachen nicht echt sind, muss man hier sehr hart verhandeln und darf nicht den Fehler machen, die Preise hier mit denen in Deutschland zu vergleichen.
Da es auf dem Markt fünf Stockwerke gibt, ist es für uns unmöglich die anderen zu treffen. Durch Zufal treffen wir Tucker, der mit einem Schulkameraden, der hier lebt und arbeitet, unterwegs ist. Wir verabschieden uns von ihm, da Tucker am nächsten Morgen gleich zurück in die Staaten fliegt. Leider verpassen wir Shuvo, Ira und Unathi.
Ich gehe mit Jason und Camilla durch die Gänge und schaue gelegentlich in ein paar Stände rein. Dummerweise bleibe ich an einer Softshelljacke von Haglöfs hängen und fange auch noch zu handeln aus. Eher aus Spaß nenne ich einen Preis und bin schon mittendrin in den Verhandlungen. Am Ende kaufe ich eine Jacke für 175 Yuan (Listpreis war 1.350 Yuan), obwohl ich ja gar keine wollte und gebraucht habe.
Erschöpft, müde und hungrig, verlassen wir den Silk Market und wollen in ein Cafe gehen, das mein Reiseführer empfiehlt. Wir gehen zu Fuß dorthin und kommen nach ca. 30 Minuten auch tatsächlich dort an, wo das Cafe sein sollte. Leider gibt es das Cafe nicht mehr und dort ist ein neues Restaurant drin, das uns aber nicht gefällt. Der Wandel in Beijing geht schnell. Was heute noch in ist, ist morgen schon out. Wir lassen uns mit dem Taxi zum Hotel zurückfahren und gehen in einem Cafe einen Snack essen. Die Zivilisation hat uns wieder. Im Vergleich zu Jinan zahlen wir sehr teure Preise, verglichen mit daheim ist es eher unser Preisniveau.
Da wir alle müde sind und es draussen auch sehr kalt und windig ist, gehen wir zum Hotel zurück und ich kämpfe wieder einmal hier mit der Firewall. Das Hotel hat einen anderen Provider und so muss ich einen neuen Weg finden, durch die chinesische Mauer (Firewall) hindurch zukommen. Ansonsten habe ich keinen Zugriff auf den Blog.
Camilla und Jason machen sich am Sonntag auf den Weg zur Chinesischen Mauer. Da ich diese schon vor vier Wochen gesehen habe, schlafe ich erst mal aus und mache mich dann auf den Weg zu einem Künstlermarkt, den der Reiseführer empfiehlt. Dieser Markt ist nur am Wochenende geöffnet und wird von vielen Einheimischen besucht. Da er etwas entfernt von der letzten U-Bahn Station liegt, kommen dort nicht viele Touristen hin. Ich genieße das hektische Markttreiben und bummele durch die vielen vielen Verkaufsreihen, ohne allerdings fündig zu werden.
Im Anschluß daran fahre ich mit der U-Bahn nach Sunlitun. Das ist das Viertel, in dem es viele Botschaften, Restaurants, Kneipen und ebenfalls Einkaufsmöglichkeiten gibt. Hier gibt es Läden von Addidas, Quicksilver, Columbia, Apple, usw., in denen man die „echte“ Ware bekommt. Aber dort zahlt man natürlich auch deutlich mehr.
Ich gönne mir ein Eis bei McDonalds und erkunde die Gegend. Hier wird viel gebaut und es gibt überwiegend Wohnhochhäuser.
Mittlerweile dämmert es und ich mache mich auf den Rückweg zum Hotel. Dabei komme ich an verschiedenen Shopping Centern vorbei, die mich alle ans Breuningerland erinnern. Auch hier ist in diesen Geschäften eher wenig los und ich frage mich, wie die sich halten können.
Im Hotel angekommen lese ich noch ein bißchen und freue mich auf das Formel 1 Rennen. Das wurde ja auch letzte Woche auf Kanal CCTV5 übertragen. Doch leider zeigt das Chinesische Fernsehen Übertragungen der Asien Games die seit Freitag eröffnet sind. Formel 1 ist nicht so bedeutend wie bei uns. So kann ich leider nicht live verfolgen, wie Vettel Weltmeister wird.
Am Montag morgen treffe ich mich mit Camilla und Jason. Wir gehen zum Starbucks und frühstücken dort. Danach brechen wir zur Verbotenen Stadt auf, die wir uns anschauen wollen. Dort herrscht zwar auch viel Trubel, aber es ist längst nicht so voll, als ich vor vier Wochen hier mit Unathi und Laurent hier war. Wir bekommen ohne Wartezeit unsere Eintrittskarten und weil Wintersaison ist, kosten diese anstelle 60 nur 40 Yuan.
Wir gehen in das Innere der verbotenen Stadt. Über 500 Jahre lang durfte niemand diesen Ort betreten. Sie ist das größte und besterhaltene Baudenkmal des historischen Chinas. Hier lebten zwei Kaiserdynastien, die erst mit Gewalt aus ihrem Wohlleben vertrieben wurden. Wir haben einen klasse Tag erwischt, strahlendblauer Himmel, doch es weht ein eiskalter Wind und ich bin froh, das ich eine warme Mütze dabei habe. Nur die Handschuhe fehlen.
Im Anschluß an die Besichtigung fahren wir mit der U-Bahn zu den Hutongs (chinesisch für enge Gassen) und erkunden diese. Das ist eine Reise zurück ins historische Herz der Stadt. Viele dieser reizvollen Gassen haben überlebt. Es soll noch mehrere hundert dieser Hutongs geben, doch mehr und mehr fallen dem Baumboom zum Opfer. Die Menschen dort leben in sehr einfachen Verhältnissen. Die Wohnungen haben z.B. keine eigenen Toiletten, so dass man auf öffentliche Toiellten geht, die es alle hundert Meter gibt. Und wie machen sie es dann nachts? :-)
Wir essen in einem Vietnamesischen Restaurant zu Mittag und wärmen uns wieder auf. Anschließend laufen wir an einem See entlang und genießen das Treiben der Menschen. Da dies wieder ein touristisches Viertel ist, werden wir ständig von den Rikschafahrer belästigt.
Camilla plagt ein arger Husten und so machen wir uns auf den Weg zum Hotel zurück, damit sie sich etwas Ruhe und Wäre gönnen kann. Ich steige unterwegs am Silk Market aus und erhandele kleine chinesische Teetassen und eine Handtasche für Yvonne. Leider hat sie ja fast gar keine und somit tue ich noch ein gutes Werk. :-)
Gegen 19.30 Uhr treffe ich mich mit den beiden und wir wollen in ein bekanntes Restaurant gehen, in dem es die berühmte Peking-Ente gibt. Wir fahren ein paar Stationen mit der U-Bahn und finden das Restaurant auf Anhieb. Die Speisekarte dort ist der Wahnsinn. Die ist eher ein Buch, denn Speisekarte. Wir bestellen eine Ente und dazu noch Shrimps, Brokkoli und Salat.
Die Ente wird direkt bei uns am Tisch mundgrecht zubereitet und in Stücke zerschnitten. Ich habe noch nie eine so gute und zarte Ente gegessen.
Wir genießen den letzten Abend zusammen, da Camilla und Jason am nächsten morgen nach Xi’an aufbrechen. Zum Abschied schenken die beiden mir ein paar Canada Handschuhe aus ihrer Heimat (was für ein Glück, dass ich noch keine gekauft hatte).
Mit dem Taxi geht es zum Hotel zurück und dort trennen sich unsere Wege. Mal schauen, ob und wann wir uns wiedersehen. Camilla plant im nöchsten Jahr ihre Hochzeit und hat uns alle eingeladen.





Das hört sich alles total aufregend an, jetzt kennst du ja bald alle bedeutenden chinesischen Sehenswürdigkeiten
AntwortenLöschenBis auf den GB-Tempel alle.
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