Samstag, 23. Oktober 2010

Konfuzius sagt ...

Der heutige Samstag ist ganz von unserem geplanten Ausflug nach Qu Fu, der Geburtsstadt von Konfuzius geprägt. Nachdem ich gestern Abend noch 2 Aspirin eingeworfen habe, geht es mir heute morgen zumindest soweit gut, dass ich mir den Tagesausflug zutraue. Ich stehe um & Uhr, da wir um 6.30 Uhr beim Frühstück sein müssen und um 7 Uhr Abfahrt mit dem Bus ist. Ich lasse das Frühstück aber lieber ausfallen und gehe nach draußen. Direkt vor unserem Hotel ist auf offener Strasse Markt und ich beobachte die Menschen und das emsige Marktreiben.
Dort wird gekauft und gehandelt. Kartoffeln gibt es direkt vom LKW und das der Metzgerstand ist etwas anders als bei und zu Hause:


Ich kaufe noch ein paar warme "Brötchen" (oder zumindest sehen sie so aus) und gehe zum Hotel zurück, wo in der Zwischenzeit unser Bus angekommen ist.
Wir quälen uns erst mal durch den dichten Verkehr von Jinan durch, bis wir nach ca. 30 Minuten die Stadt verlassen und in südlicher Richtung auf den Expressway einbiegen. Der Expressway wurde vor 4-5 Jahren in der Provinz Shandong komplett neugebaut und ist in tadelosem Zustand. Der Verkehr und das Chaos nehmen deutlich ab, was ich damit begründe, dass die Strasse mautpflichtig ist. Die 140 km lange Fahrt nach Qu Fu kostet umgerechnet 6.50 Euro.
Nach ca. 1 Stunde Fahrt machen wir kurz Rast. Laurent nutzt die Gelegenheit, um seiner Shoppingleidenschaft nachzugehen und ich teste einmal die lokalen Örtlichkeiten. Die Verhältnisse sind wie in Italien mit den klassischen Löchern im Boden. Nur hier gibt es kein Toilettenpapier. Das muss jeder selber mitbringen und man wirft es auch nicht in das Loch im Boden, sondern einen daneben stehenden Eimer.
Zum Glück hatte ich das in einem der Vorbereitungskurse schon gelesen und war entsprechend vorbereitet.
Nach kurzer Pause setzen wir unsere Fahrt fort und kommen nach einer weiteren Stunde Fahrt in dem kleinen, engen Minibus in Qu Fu an, wo wir einen großen Busparkplatz ansteuern. Unser Bus sieht unter all den großen Reisebussen etwas klein und mickrig aus.
Wir steigen aus und müssen einigen Minuten auf unseren Tourguide warten. Draußen ist die Temperatur mittlerweile auf knapp 20°C angestiegen und wir genießen das Warten in der Sonne. Für Montag ist leider schon wieder eine Kaltfront mit nur 8°C angesagt.

Unsere Führerin erscheint und sie spricht ein gut verständliches englisch. Wir gehen in die Anlage hinein, in der Konfuze regiert hat. Diese ist riesengroß und hat insgesamt 5 Tore und aussenmauern, bevor wir zum eigentlichen Hauptbereich der Anlage kommen. Unsere Führerin hat in der Zwischenzeit ein Mikrofon mit Gürtellautsprecher und so können wir sie einigermaßen verstehen .. bis hinter uns eine neue Gruppe von Chinesen kommt. Jetzt dröhnt ein Mischmasch aus Englich und Chinesisch durch die Lautsprecher in meine Ohren und ich gebe auf, etwas zu verstehen.
Da ich ja eh nicht so der große Touri bin, schaue ich mir die Anlagen und Gebäude in ruhe an. unterwegs setze ich mich immer wieder auf die Bänke und beobachte die Menschen. Touristen sind doch überall in der Welt irgendwie gleich.


Nach ca. 2 Stunden sind wir mit dem ersten Teil der Anlage fertig (Tempel) und gehen weiter zu den Schlaf- und Wohngemächern. Vieles ist noch original erhalten und ich wundere mich, wie klein die Betten damals waren. Da würde ich nie im Leben der Länge nach reinpassen. Wir dackeln eine weitere Stunde durch die Anlagen und die Kollegen werden so langsam müde. Zudem ist es anstrengend in der Sonne umherzulaufen (und ja, falls jetzt jemanden denken sollte, dass ich braun geworden bin ... ja ich habe Farbe im Gesicht bekommen
:-) ).
Nach einer weiteren Stunde verlassen wir die Anlage und der Bus erwartet und schon am Ausgang und bringt uns zum Mittagessen. Da wir nicht so viel Zeit haben, bevor wir die letzte Anlage besichtigen, gehen wir zum Kentucky Fried Chicken (KFC). Das war mit Abstand das schlechteste Essen und dazu noch das teuerste, das wir bisher in China bekommen haben. Wir sitzen alle etwas mürrisch im KFC und stopfen unsere Burger in uns rein.

Anschließend geht es weiter zu einem riesigen Wald, in dem viele Gräber liegen. Die Landschaft sieht toll aus und ich genieße vor allem die frische Luft, die hier spürbar herrscht. Der Wald wir von einer 7.5 km langen Mauer umrundet.
Das Gelände ist riesig und zum Glück werden wir mit Elektrowagen durch den Wald gefahren und halten an verschiedenen Stellen an, wo uns die Bedeutung der Gräber erzählt wird.


Bei vielen Gräber stehen Pferde, Ziegen und Schafe aus Stein, die die Gräber schützen sollen.
Gegen 16 Uhr kommen wir ans Ende der Tour und laufen zum Bus. Auf der Strasse kommen wir an den üblichen touristischen Ständen vorbei, an denen uns die Händler ihren Kruscht verkaufen wollen. Ich habe noch nicht ein vernünftiges Mitbringsel entdeckt.


Wir steigen erschöpft in den Bus ein, der uns zurück nach Jinan bringt. Dieses Mal habe ich einen Platz am Fenster bekommen und kann die Landschaft beobachten. Es gibt hier sehr viele Felder, die alle noch manuell bearbeitet werden. Ja, manuell. Mit Schaufel und Harke. China ist hier noch weit weg von einem Technologieland.
In Jinan angekommen kommen wir in den üblichen Stau in der Rushour. Unser Fahrer ist cool, er benutzt einfach den Bürgersteig und fährt dort rechts an allen Autos im Stau vorbei und somit gewinnen wir etwas Zeit. Gegen 19 Uhr kommen wir im Hotel an.
Christian ist müde und holt sich im Supermarkt was zum Essen, Alex will zum Schwimmen und die anderen wollen Essen gehen. Ich entschließe mich zum offenen Markt zu gehen und dort eine Kleinigkeit zu essen und noch ein paar leckere Erdnuss-Sesam-Honig-Riegeln zu kaufen.

Jetzt sitze ich hier schmatzend im Hotelzimmer und blogge und dann geht es ins Bett. Damit ich morgen wieder fit bin. So langsam merke ich doch, dass der Tag anstrengend war.

4 Kommentare:

  1. Na toll. Warum musst du denn schon wieder immer so braun werden :-)

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  2. Kann ich doch nichts dafür, wenn die hier scheint. ssa

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  3. Toll, aber man könnte ja auch mal in den Schatten gehen, wobei das wäre ja von einem Kr. zuviel verlangt...

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  4. Bloß nicht duschen! Sonst geht das bissle Farbe auch noch ab. Bzw. bist du sicher, dass die Bräune von der Sonne ist und nicht vom Dreck?

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